Traditionell Karate trainieren

Der Makiwara – das Übungsgerät für bessere Karate Techniken

Ein Makiwara ist kein kleines Äffchen der Halbinsel Gibraltar und auch kein japanisches Spielzeug. Ein Makiwara ist ein traditionelles Trainingsgerät, um die Techniken beim Karate zu verfeinern. Der Anblick mag vielen Karate Anfängern im ersten Moment barbarisch erscheinen. Ein mannshohes Brett im Boden befestigt, mit Reisstroh und Leinen am Ende umwickelt, ein Karateka, der permanent mit der Faust draufschlägt. Das soll wirklich gut sein? Doch viele sind überzeugt: Nur so lernt man wirklich traditionelles Karate!

Faust durch Makiwara Training abhärten

Karate Faust - Abhärtung durch Makiwara Training

Das Training am Makiwara schafft Bewusstsein für die Lehre des Karate do

Was ist ein Makiwara?

Schon Funakoshi trainierte Karate an einem biegsamen, nicht-splitternden Holzbrett, das ca. 2 m hoch war. Makiwara bedeutet maki - Rolle, umrollen und wara - Stroh. Es war fest tief im Boden verankert und gab ca 10 cm beim Schlag mit der Faust nach. Um bei den Schlagtechniken die Hände nicht zu sehr zu beanspruchen, was es im oberen Bereich mit Reisstroh und Leinen oder einer Kordel umwickelt. Grundsätzlich können aber auch Tritte und andere Karate Techniken daran trainiert werden. Heutzutage gibt es auch schon fertige Makiwara zu kaufen. Die verschiedenen Varianten sind meist mit Schaumgummi als Schlagpolster überzogen. Darüber ist ein Leder- oder Kunstlederbezug angebracht. Je nachdem ob es in der Wand verankert wird oder auf dem Boden befestigt wird, ist schon eine Federung eingebaut.

Der Vorteil des Makiwara Trainings

Das Training an dem Makiwara stellt besondere technische, körperliche und mentale Ansprüche an den Übenden. Wenn der Karateka mit der Faust darauf schlägt, federt das Gerät zurück. Ist der Schlag nicht präzise ausgeführt, wird der Trainierende sofort eine schmerzliche Rückmeldung erhalten. Die Übung am Makiwara schult somit die Präzision und die Haltung beim Karate, die Kraft und die Ausdauer sowie die Einstellung und die Konzentration des Karateka.

Ich glaube keineswegs zu übertreiben, wenn ich behaupte, dass das Üben am Makiwara die Voraussetzung für das Heranbilden starker Waffen ist.
Funakoshi Gichin (1869 – 1957)

Oftmals wird empfohlen, dass erst ab der Oberstufe das Trainingsgerät benutzt wird. Allerdings gibt es auch viele Meister, die auch Anfängern das Training mit Kontakt empfehlen. Damit lernt der Anfänger die Distanz einzuschätzen und seine Schläge beim Karate besser zu kontrollieren. Das Training am Makiwara ist somit wichtig für den Moment größter Anspannung während des Stoßes, Schlages oder Trittes – das Kime.

„Das Makiwara oder Sandsack-Training ist unerlässlich für Kime, denn das bloße Schlagen in die Luft [...] macht dich gut im... ‚in-die-Luft-schlagen'."
Geoff Thompson (6. Dan)

Den Übungen an diesem Gerät werden auch gesundheitlich positive Aspekte zugesprochen. So soll regelmäßiges Training am Makiwara ähnlich wie bei der Kata den Vitalkreislauf anregen und die inneren Organe stimulieren.

Das Training am Makiwara

Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener Karateka – wie bei allem zählt hier das regelmäßige üben. Nur so erreicht man den gewünschten Fortschritt beim verfeinern seiner Karate Techniken. Bevor man mit dem Training am Makiwara beginnt, sollten die Knöchel der Faust darauf vorbereitet werden. Das erreicht der Karateka durch Liegestützen auf den Fäusten oder durch das Schlagen gegen eine Matte. Dabei fängt man erst einmal mit wenigen Einheiten an und steigert diese langsam. Jeder sollte dabei selber entscheiden, welche Dosis für ihn richtig ist und keinen falschen Ehrgeiz entwickeln. Bei jeder Technik muss der Karateka beachten, dass er mit der richtigen Auftreff-Fläche trifft. Wer hier unkonzentriert ist, kann sich schnell verletzen.

Tipp: Erst mit einer Technik anfangen. Ist man sicher in der Ausführung, dann nimmt man die nächste Technik dazu!

https://www.youtube.com/watch?v=ZdSnF_qAP5I

Wie benutzt man das traditionelle Übungsgerät Makiwara und was muss der Karateka beim Karate Training beachten.

Gefahren des Makiwara Trainings

Es gibt natürlich auch Einwände gegen das Makiwara Training. Kinder sollten auf gar keinen Fall an diesem Übungsgerät trainieren, da ihre Knochen noch nicht ausgewachsen sind. Ebenfalls sollte der Karateka bei Verletzungen und offenen Wunden wegen der Infektionsgefahr pausieren und warten, bis alles wieder ausgeheilt ist. Auch ältere Karatekas mit Arthrose an den Händen oder anderen Beschwerden unterlassen lieber das Makiwara Training. Ansonsten gilt: Jeder sollte für sich entscheiden, was ihm gut tut und was er für sich selber verantworten kann!

https://www.youtube.com/watch?v=IM4cEoVAwm4

Hartes Karate Training in Japan. Abhärten nicht nur durch den Makiwara!

https://www.youtube.com/watch?v=1W4Nbq0EWYU

So kann sich jeder einen eigenen Makiwara für das Karate Training bauen.

Autor: Stefanie Wallner
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