Trainingsraum oder mehr?

Das Dojo – Der Ort der Wegübung des Karate-Training

Wer kennt das nicht: Wiedermal ein hektischer Büroalltag und zuhause wartet auch noch Arbeit. Die Kinder sind von der Schule schlecht gelaunt nach Hause gekommen und der Nachbar macht einem das Leben schwer! Am besten schnell die Karate Tasche packen und ab ins Dojo - dem Trainingsort. Ein Ort, an dem sich Menschen mit Fairness, Respekt und Wertschätzung begegnen. Ein Ort, an dem man seine Sorgen vergessen kann. Ein Ort, an dem man zu sich selber findet. In unserem Alltag und im beruflichen Umfeld sucht man heutzutage oft vergeblich danach. Aber es gibt diesen Ort! Das Karate Dojo mit seinen langen Traditionen und Regeln bietet genau das – ein Treffpunkt mit einem werteorientierten Miteinander!

Karate Dojo

Das Karate Dojo

Dojo – Raum der Verbindung zwischen Training und Geist

Was ist ein Dojo?

Dojo („Do" bedeutet Weg und „Jo" der Ort) heißt soviel wie „der Ort, an dem der Weg geübt wird"! Da es den spirituellen Weg des Karate aufgreift ist das Dojo auch kein Trainingsraum in unserem Sinne, sondern ein „Raum der Erleuchtung". Der Karateka als Wegschüler hat eine tiefe Verbundenheit zu diesem Ort, denn die Übungen in diesem Raum geben seinem Leben Klarheit und Inhalt. Hier findet er die nötige Konzentration für seine Übungen, den Respekt und Freundschaft mit den anderen Schülern. Das Dojo ist mehr als nur ein Begriff – es steht symbolisch für den Weg der Kampfkunst.

Ursprung des Begriffs Dojo

Das Dojo ist ein Ort der Selbstfindung und der Meditation. Der Begriff stammt aus dem Buddhismus und veränderte seine Bedeutung erst, als dort auch Kampfkünste geübt wurden. Trotzdem blieb für jeden übenden Karateka der Sinn erhalten. An diesem Ort lebt der Geist des Budo – hier kann der Schüler abschalten und den Alltag vergessen. Er findet Gemeinschaft, übt an seinem persönlichen Fortschritt und seiner Konzentration. Es liegt bei jedem Karateka selbst, was er aus dem Besuch und dem Training im Dojo macht. Wenn er die tiefe Bedeutung der Weglehre erkennt und durch sie seinen Geist reinigt, dann profitiert er für seine Charakterbildung und seine Persönlichkeit.

Das traditionelle Dojo

Den vorderen Teil eines traditionellen Dojo nennt man Shomen (vordere Seite). Hier befindet sich ein Schrein, der den höheren Tugenden und Werten der Weglehre gewidmet ist. Meistens hängt dort das Bild eines alten Meisters oder dem Gründer der Stillehre. Die Lehrer sitzen in einem Dojo immer auf der linken Seite des Shomen (Joseki, obere Seite) während die Schüler in Ihrer Gürtelrangfolge auf der unteren Seite (Shimoseki) sitzen. Die gegenüberliegende Seite, also Eingangsseite des Shomen nennt man Shimosa. In einem Dojo wird sehr viel Wert auf Sauberkeit gelegt, denn das spiegelt die Qualität des Trainings wider. Deshalb ist es eine wichtige Pflicht und Tradition, dass alle Übenden das Dojo gemeinsam reinigen. Auch das ist nicht nur eine körperliche Übung sondern der Karateka lernt Demut Achtung und Respekt. Dabei sind alle gleich, egal welche Gürtelrangfolge oder Berufsstand sie im alltäglichen Leben haben.

Die fünf Regeln des Karate- Dojo

In einem traditionellen Dojo gibt es bestimmte Verhaltensregeln und Umgangsformen. Der Karateka verneigt sich beim Eintreten im Stand. Damit bezeugt der Übende Achtung und Respekt gegenüber den Mitschülern, Lehrern und dem Do.

Die Regeln des Dojo sind aus dem Dojokun abgeleitet:

1. Strebe nach der Perfektion deines Charakters

2. Bewahre den Weg der Wahrheit

3. Stärke die Willenskraft deines Geistes

4. Ehre die Prinzipien der Etikette

5. Beherrsche deinen Übermut und verzichte auf Gewalt

Ein fortgeschrittener Schüler der Kampfkunst Karate versteht die Prinzipien dieser Regeln genau. Ein Anfänger muss sie einhalten und die Bedeutung erst lernen, denn er wird sie nicht gleich zu Beginn des Trainings mit den körperlichen Übungen in Verbindung bringen.

Tipp: Egal ob man in einer Turnhalle oder in einem Dojo trainiert, dieser Ort kann einem Karateka Kraft geben. Hier kann er den Weg zu sich selber finden, seine Persönlichkeit trainieren, Achtsamkeit lernen und ein faires Miteinander erleben. Die Beziehung und das Verständnis zu diesem Ort bestimmt dabei nur er alleine. Nur wer sich darauf einlässt, wird sich auch selber finden!

Autor: Stefanie Wallner
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