Kampfsport ja, aber welcher ist geeignet?

Die verschiedenen Stilrichtungen der Kampfkunst

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Kampfkunststile entwickelt. Nicht nur in Asien, sondern auf der ganzen Welt gibt es Kampfsportarten. Jeder Meister dieser Kampfsportarten entwickelte seinen erlernten Stil weiter oder vermischte verschiedene Stilrichtungen, die er wiederum von seinen Meistern übernommen hatte. Dabei haben einige Stile ihren Bezug zur klassischen Kampfkunst Tradition verloren. Und doch findet sich bei allen Stilrichtungen eine Gemeinsamkeit: Die Kunst, sich selbst verteidigen zu können!

Kampfkunst Stilrichtungen

Kampfkunst Stilrichtungen

Jede Kampfsportart hat ihre Vorteile und sicher eine Gemeinsamkeit: Die Kunst der Selbstverteidigung

Die Kampfkunst Aikidō

Aikidō gilt als friedfertige Kampfkunst und gehört zu den Kampfsportarten der Budo-Traditionen. Der Name setzt sich aus drei Schriftzeichen zusammen. Dabei steht „Ai " für Harmonie, „Ki" für Lebensenergie und „do" für Lebensweg. Deswegen übersetzt man den Begriff Aikidō auch mit „Der Weg zur Harmonie der Kräfte". Wie auch im Karate steht bei dieser Kampfkunst nicht der Angriff oder der Wettkampf im Vordergrund. Es geht vielmehr darum, den bevorstehenden Kampf zu entschärfen und den Angreifer zu beruhigen. Lässt sich ein Kampf nicht vermeiden, dann gibt es auch bei der Kampfkunst Aikidō Techniken die schwer verletzen oder gar töten können. Die Techniken im Aikido werden in ihren Bewegungen auf der Basis des Schwert- und Stockkampfes ausgeführt. Alle Techniken erinnern dabei an Schneide-, Blockade- und Hebelbewegung mit dem Schwert (Bokken), bzw. dem Stock (Jō). Neben der Atemtechnik wird beim Aikidō viel Wert auf mentale Kraft und Beweglichkeit gelegt. Oft wird der Aikidōka dabei mit einer flexiblen Trauerweide in einem Sturm verglichen, die durch Biegen dem starken Wind widerstehen kann. Dagegen wird die viel stabilere Eiche bei starken Sturmböen brechen. Aikido ist für Menschen jeder Größe und jeden Alters geeignet.

//www.youtube.com/watch?v=2eUgntzLpHI

Aikidō ist eine Kampfkunst und lehrt eine Form der Selbstverteidigung. Was genau Aikidō ist, wird in diesem Video erklärt.

Die Kampfsportart Judo

Judo ist eine japanische Kampfsportart und bedeutet „sanfter Weg". Aus dem traditionellen Judo hat sich ein moderner Kampfsport entwickelt und ist eine olympische Disziplin. Der Judoka hat das Ziel, die maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand zu erzielen. Dabei werden in dieser Kampfsportart viele Wurf- und Bodentechniken eingesetzt. Das eigene Gewicht und die eigene Kraft sollte dabei sinnvoll eingesetzt werden. Judo lehrt aber auch die geistigen Aspekte einer Kampfkunst. Do – der Weg – weist auch hier auf Rücksicht, Respekt und geistige Kraft hin. Der Kampfkünstler geht die moralische Verpflichtung ein, die Verantwortung für sein Tun und Handeln zu nehmen und dem Kampf eher defensiv zu begegnen.

https://www.youtube.com/watch?v=IG-qrT5R2X0

Der Landessportbund Nord-Rhein- Westfalen erklärt in diesem Video, was Judo ist und zeigt die Vorteile dieser Kampfsportart.

Die Kampfkunst Jiu Jitsu

Jiu Jitsu ist eine effektive Kampfkunst zur Selbstverteidigung und wurde ursprünglich von den japanischen Samurai praktiziert. Der Name bedeutet „die sanfte Kunst". Jiu Jitsu bietet mit seinen Schlag-, Tritt-, Stoß-, Wurf-, Hebel- und Würgetechniken flexible Möglichkeiten auf den Gegner zu reagieren. Nach dem Prinzip „Siegen durch Nachgeben" soll die Kraft des Angreifers gegen ihn selbst verwendet werden. Wie auch bei den anderen Kampfkünsten geht Jiu Jitsu im traditionellen Budo auf – dem Weg des Kriegers – und bietet damit philosophische Ansätze zur Persönlichkeitsentwicklung. Durch das Ausüben dieser Kampfsportart findet man eine geeignete Methode zur Selbstverwirklichung und Selbstkontrolle. Aus Jiu Jitsu haben sich im Laufe der Zeit mehrere Kampfkünste gebildet, darunter auch Judo und Aikidō. In Deutschland entwickelte sich eine moderne Form, das Ju-Jutsu.

https://www.youtube.com/watch?v=ssLOUHeIk3c

Jiu Jitsu ist eine effektive Art der Selbsverteidigung und wird deshalb oft im Polizei-Training oder in Kursen zur Selbstverteidigung für Frauen gelehrt.

Schwertkampf - Kendo

Kendo ist eine moderne Form des traditionellen Schwertkampfs der Samurai. Dabei bedeutet Ken „das Schwert". Der „Do" - Weg - verfolgt wie bei Karate die Lehre der Charakterbildung. Die innere Einstellung ist beim Kendo sehr wichtig. Sie unterscheidet sich von anderen Kampfsportarten des Budō. Beim Kendo erfolgt der Angriff im Moment des Entstehens In anderen Kampfkünsten wie Aikido und Karate wartet man länger und geht dem Kampf eher aus dem Weg. Beim Kendō gibt es auch keine echten Verteidigungen. Der Kampfsportler trägt über seinem Kendo-Gi eine Schutzkleidung (Bugo). Diese besteht aus einem Kopfschutz (Men), dem Schutz für Hände und Unterarme (Kote), einem Rumpfschutz (Dō) und dem Lendenschutz (Tare).

https://www.youtube.com/watch?v=Q4SHWXQBVL4

In diesem eindrucksvollen Video wird gezeigt, wie schnell die Meister bei der Kampfkunst Kendo mit ihrem Schwert umgehen können.

Alte Tradition - die Kampfkunst Kobudo

Die Basis des heutigen Kobudo (früher Kobu- Jutsu) ist Karate. Deswegen wird es oft auch als Waffenkarate bezeichnet. Begründet wurde es zur Zeit der japanischen Besatzung der Ryukyu –Inseln. Die Bewohner mussten hohe Steuern zahlen und durften keine Waffen tragen. Gleichzeitig mit der Kampfkunst Karate (Leere Hand) entwickelte sich unter der Bauernschaft und den Fischern eine „Karate-Stil" mit Alltagsgegenständen als Waffen.

Dabei wurden folgende Gegenstände verwendet:

  • Sai (eine Art Dreizack)
  • das Nunchaku (kurzer Dreschflegel)
  • der Bō (ein 182 cm langer Stab)
  • die Kama (landwirtschaftlich genutzte Sichel)
  • der Tonfa (Schlagstock) der Tekkō (Schlagring)
  • das Weku (Paddel)
  • das Suruchin (Seil mit Gewichten an den Enden)
  • der Timbei und Rōchin (Schild aus Schildkrötenpanzern)

In Deutschland führte Georg Stiebler den Hanbo – das halbe Bo – ein. Das ist ein 90–100 cm langer Stab. Diese Waffe ist eine gute Ergänzung zum Karate- und Jiu-Jitsu-Training. Übrigens hat auch der Gründer des Karate, Gichin Funakoshi auch Seminare mit Kobudo-Waffen (Bo und Sai) gegeben. Er selbst sagte, wer Karate verstehen will, muss sich mit dem Kobu-Jutsu beschäftigen.

https://www.youtube.com/watch?v=Yzc3lsacKNI

in der Kampfkunst Kobudo werden verschiedene Waffen eingesetzt. In diesem Video sieht man die Anwendung im Kampf.

Wing Tsun - Die Kampfkunst mit Namen "schöner Frühling"

Über das Entstehen der Kampfkunst Stilrichtung Wing Tsun, das so viel heißt wie „schöner Frühling", gibt es mehrere Variationen. Eine davon erzählt die Geschichte der Nonne Ng Mui. Sie lebte in einem Shaolin Kloster. Nach einem Verrat eines Mönches wurde dieses Kloster niedergebrannt und 5 Meister der Kampfkünste konnte Fliehen. Darunter auch die Nonne Ng Mui. An ihrer Zufluchtsstätte half die dem Mädchen Wing Tsun, sich gegen einen Dorfschläger zu verteidigen. Diese Kampfkunst befähigt schwächere Personen, sich auch gegen körperlich Stärkere durchzusetzen. Ein typisches Element des Kampfsport Wing Tsun ist der Kettenfauststoß. Ein geübter Kämpfer kann bis zu 8 Schläge pro Sekunde ausführen. Wie bim Karate wird dabei auf eine saubere Ausführung des Schlages geachtet, um auch bei geringer Körperkraft wuchtvoll angreifen zu können. Durch geschickte Schritttechniken, wie Wendungen, wird die Kraft des Gegner umgeleitet und gegen ihn verwendet. Der Angriff wird somit zur Verteidigung. Wing Tsun ist ursprünglich eine waffenlose Kampfsportart.

Ab dem 19. Jahrhundert wurden 2 verschiedene Arten von Waffen eingeführt:

• Langstock (Luk Dim Boon Kwun)

• Doppelmesser (Baat Jam Do / Dao)

https://www.youtube.com/watch?v=wPLLI6VuG9A

Mit Wing Tsun finden Kampfkünstler einen Weg zur körperlichen und geistigen Fitness.

Autor: Stefanie Wallner
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