Ki- Energien spüren und leben

Das Ki aus Kime und Kiai – was Karate zur Kampfkunst macht!

„Ein bisschen mehr Kime!" Das bekommen gerade Karate Anfänger oft zu hören. Auch das der Kiai (Kampfschrei) aus der inneren Mitte, dem Hara kommen soll. Mit solchen Anweisungen ist Karate erst einmal ein Buch mit sieben Siegeln. Doch gehen wir den Begriffen auf den Grund, dann entdecken wir das Wort „Ki". Gerade in den Kampfkünsten ist es oft enthalten und der Beginn, Karate als Kampfkunst zu verstehen.

Das Ki im Karate - Die Energiequelle

Das Ki im Karate - Die Energiequelle

Die Energiequelle Ki als Motor des Lebens!

Woher kommt das Ki und was bedeutet es?

Der Ursprung des Ki (Chi) ist im Daoismus zu finden. Der Daoismus (Lehre des Weges) in verschiedenen Schriften auch Taoismus geschrieben, ist eine chinesische Philosophie und Weltanschauung und wird in China als eigene und authentische Religion angesehen. Das Dao wir hier als Ursprung allen Lebens sowie des Kosmos bezeichnet. Jede Existenz beruht dabei auf dem Yin und Yang Prinzip, also dem Prinzip der Gegensätze wie Schatten und Licht, fest und flüssig, innen und außen usw. Die Energie, die bei der Entstehung jeder Existenz gebildet wird, ist das Ki. Das japanische Ki oder das chinesische Chi (Qi) hat viele Bedeutungen. Ob Luft, Hauch, Dampf, Äther, Energie, Temperament oder Kraft – nach taoistischer Lehre ist es vitale Energie, Lebenskraft sowie der kosmische Geist, der alles durchdringt. Diese Urenergie ist auch in anderen Ländern und Kontinenten unter weiteren Namen bekannt. In Indien spricht man von Prana und im alten Griechenland nannte man es Pneuma. Doch alle Begriffe beschreiben diese Energiequelle als Motor jeden Lebens. Die Menschen haben auf verschiedenste Weise versucht, ihr Ki zu kontrollieren und zu beeinflussen. Egal ob es dabei um unsere Gesundheit geht, um unseren Geist oder unsere Kraft bei den Kampfkünsten. Das Ki ist der Motor, den wir ölen und pflegen müssen. Und doch ist es nur ein Teil des großen Ganzen. Aus dem Yin und Yang Prinzip hat sich die 5 Elemente Lehre gebildet. Darauf basiert nicht nur die traditionelle chinesische Medizin. Wir Karatekas kennen die Elemente Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde aus dem Kyusho Jitsu. Hier werden die Druckpunkte, auch Akupunkturpunkte genutzt, um den Gegner schnell auszuschalten.

http://youtu.be/zN0ZcDiJKeU?list=PLNjqu2haJBhc3wqQh3guTeadz3t-In-S0

Gute Dokumentation über Lehre des Taoismus und dem Zusammenhängen mit dem Yin und Yang Prinzip, TCM und Ki in sieben Teilen.

Wie kontrolliert man im Karate sein Ki?

Wer nicht weiß, was Ki ist und wo er es findet, der kann es auch nicht kontrollieren. Um diese Energien zu spüren, haben unsere Vorfahren Atemübungen und verschiedene Meditationsformen entwickelt. Von wissenschaftlichen Studien weiß man heute, dass Mönche durch Meditation ihren Geist und ihre physische Kräfte beeinflussen können. Bestimmte Atemübungen helfen bei der Konzentration, der Schmerztherapie und natürlich auch bei den Übungen zu den Kampfkünsten. Mit den Techniken „soll das Ki/Qi fließen können", indem die Muskeln und Gelenke möglichst entspannt sind und die Bewegungen locker und fließend ausgeführt werden. Man unterscheidet dabei die inneren Kampfkünste wie Taijiquan (Tai Chi), Qigong, Baguazhang und Xingyiquan, und die äußeren Kampfkünste wie z. B. Karate und Kungfu.

http://youtu.be/0YJYmBUhP94

Der Meister von Wudangshan ist eine Dokumentation zu den Ursprüngen der inneren Kampfkünste und des Daoismus.

Bestimmte Bewegungsabläufe und die Atemtechnik stimulieren bei den inneren Kampfkünsten den Energiefluss des Ki über die Energiebahnen im Körper, die auch Meridiane genannt werden. Sie mehren das Ki oder die Ki Anreicherung im Körper. Auch die traditionelle chinesische Medizin basiert auf diesem Wissen und dem Konzept des Energieflusses. Um sein Ki zu spüren und später auch gezielt zu beeinflussen, muss der Karateka also zuerst zu dem Ursprung seiner Energiequelle stoßen. Mit gezielten Atemübungen spüren wir in der Körpermitte, dem sogenannten Hara, die Energie, die wir je nach Atmung in die Arme und Beine schicken können. Natürlich spielt unser Geist, unsere eigene Vorstellungskraft hier eine große Rolle. Das Zusammenspiel des Geistes und des Ki kann nur durch ständige Übung verinnerlicht werden.

Kime und Kiai – Anspannung der Kraft mit Unterstützung aus dem Hara

Kime ist die letzte Anspannung, wenn der Karateka seine Karate Technik ausführt. Beim Fauststoß zum Beispiel ist es das Einrasten der Faust kurz vor dem „Aufschlag" auf das Hindernis oder den Gegner. Der Kiai ist der Kampfschrei, der die entwickelte Energie unterstützt. In beiden Begriffen steckt unser Ki! Und genau mit diesem Ki erreichen wir die maximale Energie: Kime und Kiai – aus der Körpermitte! Wer schon mal bei Yoga oder einer Meditation versucht hat, mittels seiner Gedanken die Energie in die Zehen, dann die Beine herauf und über die Fingerspitzen über die Arme zur Entspannung zu bringen, der kann das Prinzip auch in umgekehrter Weise anwenden. Nicht umsonst sagte Funakoshi, wer Karate trainiert soll sich seinen Arm in der Verlängerung als Schwert vorstellen. Das heißt, mit unserem Geist, der entsprechenden Übung sowie verschiedenen Atemtechniken setzen wir unsere Energien zielgerichtet und punktgenau ein. Das ständige Wiederholen einer Übung unterstützt den Karateka, das Ki schnell und unbewusst einzusetzen. Er denkt nicht mehr darüber nach sondern leert seinen Geist und konzentriert sich auf die Technik. Das Ki wird sozusagen irgendwann automatisch fließen – genau dahin, wo der Karateka es braucht.

Das Hara - Energiequelle des Ki

Das Hara - Energiequelle des Ki

Tai Chi und Qigong – unterstützen das Ki und damit auch die Karate Techniken

Die Kampfkünste Tai Chi und Qigong zählen zu den inneren Kampfkünsten. Tai Chi (auch Schattenboxen genannt)ist eine chinesische Kampfkunst und wird heute als Volkssport von vielen Millionen Menschen betrieben. Die langsamen, fließenden Bewegungsabläufe schließen die Bauchatmung und die Meditation mit ein. Auch bei der Kampfkunst Qigong gehören Atemübungen, Körper- und Bewegungsübungen, Konzentrations- und Meditationsübungen zur Praxis. Die Übungen sollen wie beim Tai Chi den Ki-Fluss im Körper regulieren und harmonisieren. Der Name Qigong wurde in den 50er Jahren von dem Arzt Liu Guizhen verwendet und bedeutet soviel wie stete Arbeit am Qi(Ki). Qigong stärkt also nicht nur die Lebensenergie, es soll das Leben verlängern und zu einer gesunden geistigen Verfassung verhelfen.

http://youtu.be/6wgxLICKFjM?list=UUDLpDBWfm-ar0a46FkOGI7A

Energieaustausch - Eine Vorübung zur Qigong
gezeigt von Fritz Oblinger, 7. Dan

http://youtu.be/brUG_55jJOA

Die Qigong Übung seitliches Boxen soll das Ki vermehren und die Konzentration fördern.

Mehr Übungen demnächst auf unserem Youtube Channel!

Ki–Arbeit – profitieren im Alltag!

Alle Übungen, die unser Ki beeinflussen haben neben der Vervollkommnung unserer Karatetechnik auch den tollen Nebeneffekt – Sie sind gesund! Im Jahr 1973 wurden in dem Dorf Mawangdui, nahe bei Changsha, in einem Grab aus der frühen Han-Zeit mehrere Seidentücher gefunden. Sie waren teilweise beschrieben mit historischen Texten wie dem Daodejing und teilweise bemalt. Auf dem Schriftstück Daodejing, das Laotse zugeordnet wird, basiert wiederum die Lehre des Daoismus. Die Seidentücher sollen etwa 2500 Jahre alt sein. Auf einem Teilstück sieht man 44 Menschen beim Ausüben verschiedener Atemtechniken und Dehnübungen des Körpers. Diese Übungen sind nach Tierstellungen benannt oder den Krankheiten, denen sie entgegenwirken sollen. Mittlerweile haben auch die Ärzte im Westen herausgefunden, dass Meditationstechniken nachweislich Stress abbauen und die Konzentration fördern. Yoga, Tai Chi und Qigong wird von vielen als Prävention gegen Depressionen empfohlen und bei Schmerz und Angsttherapien eingesetzt.

Wer jetzt noch überlegt, ob Ki-Arbeit wirklich wichtig ist, der sollte auf sein „Bauchgefühl" hören. Hoppla, kommt das nicht auch aus der Körpermitte und wird heute sogar im Management als guter Indikator für bessere Entscheidungen miteinbezogen?

Buchempfehlungen zum Thema:

1. Ki-Karate: Vorbereitung, Ki-Übungen, Karate-Techniken von Petra Schmidt und Tanja Mayer


2. Ki-Karate: Zur Philosophie von Ki, Karate und Kampfkunst von Petra Schmidt

zu finden im Karate-Treff Online Shop unter der Rubrik Ki-Karate und Energie Arbeit.

Die Qigong Übungen wurden mit Erlaubnis von Fritz Oblinger aus seiner Qigong DVD zu Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!

 

Autor: Stefanie Wallner
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