Unbewusste Kräfte wecken

Die Vorteile des Ki-Karate

Entsetzt starrt der 12-Jährige Junge auf seinen Vater. Der liegt stöhnend am Boden. Ein zentnerschwerer Baumstamm hat sein Bein eingequetscht und er kann sich nicht befreien. Das nahende Gewitter und den Sturm hat der Vater falsch eingeschätzt. Und keine Hilfe ist in Sicht. Doch der Junge leistet Unmögliches. Vor lauter Angst um seinen Vater hebt er den Baumstamm ein paar Zentimeter hoch und der Vater kann sich befreien. In Notsituationen kann unser Körper unbewusste Kräfte mobilisieren – das Ki. Auch bei der Kampfkunst Karate kann man das Ki – die Kraft des Geistes wecken und üben.

Ki-Karate mit Dr. Petra Schmidt

Ki-Karate mit Dr. Petra Schmidt

Die Einheit des Körpers mit dem Geist – Das Ki beim Karate

Was ist das Ki?

Bei den asiatischen Völkern schließt das Ki (chinesisch Chi) das ganze Universum mit ein. Eine kosmische Energie, für die es im westlichen Raum keine genaue Übersetzung gibt. Es kann als Lebensenergie, bewegende Kraft oder Urkraft der Energiequelle bezeichnet werden. Oft ist auch vom Ki-Fluss die Rede. Energie, die durch Meridiane (Körperbahnen) fließt und den Körper gesund hält. Wie in der Medizin gilt es auch in der Kampfkunst Karate, die Harmonie des Ki- Flusses zu fördern und optimal zu nutzen.

Wo befindet sich das Ki im Körper?

Das Ki hat seinen Sitz im Hara. Mit Hara wird die Körpermitte, der Bauchraum, bezeichnet. Hier hat der Mensch seinen Schwerpunkt - exakt vier Finger breit unter dem Bauchnabel. Beim Karate sollten die Bewegungen aus der Körpermitte kommen. Daher sprechen die alten Meister davon, dass der Karateka seine Techniken aus dem Hara heraus praktizieren soll. Hat der Karateka nach einer gewissen Trainingsdauer seine Mitte gefunden, dann ist üben angesagt. Denn das Bewusstsein für das Ki kann auch wieder verloren gehen.

Zitat aus dem Buch „Das Ki-Buch" des japanischen Aikido Meister Koichi Tohei:
Die meisten Menschen halten, wenn sie nicht weiter darüber nachdenken, einen Eisberg für einen Eisklumpen, der auf dem Wasser schwimmt. Nur weil sie nicht sehen können, das 85% des Eisberges unter der Wasseroberfläche sind. Genauso verhält es sich mit der physischen Kraft, nur weil man sie nicht sehen kann, vergessen die meisten die viel stärkere Kraft des Geistes. Genau wie bei dem Eisberg, der aus einem sichtbaren und unsichtbaren Teil besteht, ist die wahre Kraft eines Menschen die von Körper und Geist zusammen. Nur in der Einheit aus Körper und Geist können wir unsere wahre Stärke, die Kraft aus Ki, benutzen.

 

Unbewusste Kräfte durch Ki-Karate wecken

Ki-Karate ist ein Konzept für eine Schulungs-Methode, mit dem unabhängig vom Geschlecht, Körpergröße oder Alter die Karate-Techniken verbessert werden können. Mit dieser Methode können Karatekas die Effektivität ihrer Bewegungsabläufe nachhaltig optimieren. Dabei wurde folgendes beobachtet: Die Kampfkünstler des Aikidô oder Kendô werden auch im fortgeschrittenen Alter immer besser. Ihre Fähigkeiten, effektive Techniken ausführen und anwenden zu können, nehmen mit der Zeit zu. Dagegen steigern sich selten ältere Karatekas, wenn man Sie mit zwanzigjährigen "Karate-Frischlinge" vergleicht. Hier kommt das Ki- Karate Konzept ins Spiel. Spezielle Übungen dienen zu Verbesserung der Techniken und können den Karate-Unterricht positiv ergänzen.

Ki-Karate Training

Ki-Karate Training

Weg von Hau-Drauf - hin zur intelligenten Übung bei Karate

Bei vielen Karatekas ist bei dieser Methode ein Umdenken erforderlich: Weg von herkömmlichen "Hau-Drauf-Methoden", hin zu intelligenten und angemessenen Übungen. Der Vorteil von Ki-Karate liegt auf der Hand: Körper und Geist werden bestmöglich und effektiv genutzt. Ki-Karate ist kein neuer Stil, es ist keine letzte Wahrheit und es ist keine Zauberei. Viele verschiedene Einflüsse aus anderen Systemen zur Schulung und Entwicklung von Körper und Geist fließen in diese Methode ein.

Sie beruht auf grundlegenden Prinzipien wie:

  • Erdanziehung- und Gegenanziehung nutzen
  • Loslassen statt festhalten
  • Visualisierung um eine Einheit von Körper und Geist herzustellen
  • Wechselwirkungen von körperlichen und geistigen Haltungen
  • Einsatz der Atmung präzise Koordination für biomechanisch sinnvolle Ausrichtung des Skeletts
  • Haltemuskulatur nutzen

Ki-Karate fördert daher nachhaltig die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen.

"Was mit wenigem getan werden kann, muss nicht mit vielem getan werden."
Matthias Claudius

Ki-Karate & Ki-Kumite: Positiv für die Gesundheit

Ki-Karate und Ki-Kumite fördern die Gesundheit und steigern die persönliche, körperliche und mentale Belastbarkeit. Beim Training nimmt man Körper und Geist gleichermaßen wahr. Im Ki-Kumite wird darauf aufbauend die eigene Wahrnehmung in Relation zur Wahrnehmung des Gegners geschult. Dabei lernt der Karateka, seine eigene Absicht und die des Gegners besser zu beobachten. Durch Übungen des Ki-Karate wird er schneller verschiedene (Kumite-)Situationen erkennen und angemessen darauf reagieren können. Mit den geistigen Aspekten des Ki-Karate entwickelt der Karateka Kompetenzen, die ihn auch bei den Herausforderungen im Arbeitsalltag oder in der Familie unterstützen.

Über die Autorin

Dr. Petra Schmidt gibt seit fast 15 Jahren bundesweit Ki und Karate Lehrgänge. Sie ist dieses Jahr erstmalig auch in Graz, Österreich. Auch als Referentin für den DKV und die Deutsche Dan Akademie ist sie seit Jahren tätig. Petra Schmidt ist die Begründerin der Schulungsmethode „Ki-Karate" und Autorin der ersten Werke über diese Art des Karateunterrichts (www.ki-karate.de). In diesem Jahr wird sie auch bei der Karate Weltmeisterschaft in Bremen als Milleniums-Trainerin dabei sein (www.karate2014.de).

Doch Karate ist nur eines der Steckenpferde der promovierten Philosophin, die nicht nur als Dozentin diverse Lehraufträge innehat, sondern ebenfalls als Business-Trainerin und Coach für verschiedene Unternehmen tätig ist. In Ihren Business-Seminaren verbindet sie ihre beiden Leidenschaften. Oder wie sie selbst sagt: „Ich habe das große Glück, dass es mir gelungen ist, aus meinen beiden Leidenschaften - die ja beides auch irgendwie Luxus-Hobbies sind - meinen Beruf zu machen."

*Philosophie & Kampfkunst für Führungskräfte* lautet ihr Motto unter welchem sie westliches Wissen und östliche Weisheiten zusammenfließen lässt und ihre Teilnehmer immer wieder zu erstaunlichen „Aha-Erlebnissen" führt. Und so geht es uns ja auch auf ihren Karate-Lehrgängen!

Autor: Dr. Petra Schmidt
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