Kampfkunst kennt keine Grenzen

Karate für Menschen mit Handicap oder geistiger Behinderung

In diesem Jahr wurde DOSB (Deutscher Olympische Sportbund) Integrationsbotschafter Ernes Erko Kalac vom DKV mit der goldenen Nadel ausgezeichnet. Er entwickelte 2006 das Konzept und die Regeln zu Wettkampfkarate für Menschen mit Handicap. Im Jahr 2007 wurde Kalac Vorsitzender der Abteilung für Menschen mit Behinderung der World Karate Federation (WKF). 2008 fand in Erfurt die erste Deutsche Meisterschaft für behinderte Karatekas statt. Karate bietet allen Menschen Vorteile – ob mit Handicap, Behinderung oder ohne. In vielen Dojos und Vereinen ist die Integration behinderter Menschen inzwischen selbstverständlich.

Karate fuer behinderte Menschen

Integration behinderter Menschen beim Karate Training

Die Kampfkunst Karate passt sich den Menschen an

Die Vorteile von Karate für behinderte Menschen

Je nach Behinderung sind die Betroffenen oft beweglich eingeschränkt. Karate bietet diesen Menschen den optimalen Ausgleich. Zusätzlich werden Koordination, Konzentration und Beweglichkeit geschult. Das gemeinsame Training macht nicht nur Spaß, sondern es fördert auch gleichzeitig die soziale Kompetenz der Gruppe. Mit Fairness und Teamgeist trainieren Menschen mit Behinderung mit den Karatekas ohne Handicap und profitieren voneinander. Denn den Leistungen der benachteiligten Menschen kann jeder Karateka nur mit Respekt begegnen. Was gedankenlos einfach dem Lehrer nachgeahmt werden kann, wird manchmal für Trainingspartner mit Handicap zur großen Herausforderung. Doch wer Schwierigkeiten mit Erfolg meistert, der wird selbstbewusster und stärker.

Das Gesellschaftliche Ziel – Integration behinderter Menschen

Die Chance, die eine Teilhabe behinderter Menschen bei Karate mit sich bringt, liegt auf der Hand. Durch mehr Selbstvertrauen findet auch ein selbstverständliches Mitwirken an normalen Alltagsaktivitäten statt. Das verbessert die Lebensqualität und das Vertrauen in die eigene Kompetenz. Der Effekt: Durch das verstärkte Teilnehmen im Beruf und Sport werden gegenseitige Ängste und Vorurteile abgebaut. Die Philosophie des Karate Do fördert diese Aspekte, denn in den Regeln des Gichin Funakoshi heißt es: Karate beginnt mit Respekt und endet mit Höflichkeit.

Karate Training mit behinderten Menschen – Begegnungen, die berühren

In einem Interview auf dem Kata-Spezial des DJKB erzählt der Sensei Julia Chees von zwei jungen Frauen. Eine fragte ihn, ob ihre Freundin am Training teilnehmen durfte. Julian erklärte sofort, dass das natürlich geht. Er wusste, dass sie blind ist. Ohne Sehkraft hat diese Frau es zum blauen Gürtel geschafft und nimmt ganz normal am Training teil. Für Menschen ohne Handicap ist das unvorstellbar. Wie kann jemand die Bewegungen des Lehrers nachahmen, der nicht sieht? Das Besondere an Karate ist: Im Glauben an diese Kampfkunst ist nichts unmöglich. Es kommt immer auf den Geist und den Willen des einzelnen Karatekas an.

https://www.youtube.com/watch?v=52CDWhp6PS0

Interview mit Sensei Julian Chees, 5. Dan Shotokan Karate. Er erzählt von einer blinden Frau, die nur nach ihrem Gehör Karate gelernt hat.

Die Verbindung des Körpers mit dem Geist bei Karate

Durch intensives Karate Training erreicht man eine Einheit des Körpers mit dem Geist. Dadurch entsteht eine spirituelle Kraft, die Grenzen überwindet. Dabei findet jeder seinen Weg mit Unsicherheiten, Selbstzweifeln und körperlichen Handicaps besser zurecht zu kommen. Ein starker Geist kann körperliche Behinderung ausgleichen und das Training für bessere Technik und ein leeren Geist unterstützt wiederum alle Körperfunktionen, Gesundheit und die Beweglichkeit bis ins hohe Alter. Darum ist Karate für jeden zu empfehlen.

Autor: Stefanie Wallner
Das könnte Sie auch interessieren
Kontakt:
Für Anregungen, neue Artikel, Events
oder mehr sind wir dankbar.
Bitte schreibt uns unter
info@karate-treff.de
Video-Tipps:
Ausgesuchte
Empfehlungen aus
Youtube