Kampfkunst für Schulanfänger

Werte und Respekt lernen - Karate als Wegweiser für Kinder

Kinder toben durch das Klassezimmer. Schulranzen werden gekickt, Papierknödel geworfen und so mancher Klassenkamerad geschubst und gestoßen. Der Lehrer betritt das Klassenzimmer und die halbstarke Bande macht weiter. Hinsetzen! Vereinzelt rücken Stühle. Andere Kinder reagieren gar nicht. Wo ist der Respekt geblieben, der bei früheren Generationen noch vorhanden war? Was fehlt unseren Kindern, damit Werte wie Achtung, Rücksicht und Respekt wieder mehr Raum in der Erziehung gewinnen? Wer übernimmt die Vorbildfunktion, wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten? Karate – das ist mehr als ein guter Anfang!

respektloses Kind

Respektloses Kind

Kein Karate ohne Regeln

Kinder brauchen Wurzeln und Halt

Hin- und hergeworfen zwischen diversen Kursen in der Freizeit, dem Schulalltag, dem Kinderhort oder den Familienangehörigen findet kein Kind seine Wurzeln. Jeder ist Vorbild – keiner ist Vorbild! Aber was lernt das Kind wirklich? Von jedem etwas ist hier die Devise. Manche Eltern sind sogar stolz auf die vollen Terminkalender ihrer Kinder. Wir erziehen lauter Tausendsassas und wundern uns, dass sie sich auf nichts konzentrieren können und langsam ausbrennen. Professor Michael Schulte-Markwort, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und –psychosomatik am Universitätsklinikum Eppendorf in einem Artikel der Zeit: „Burnout bei Kindern und Jugendlichen? Das ist eine Diagnose, die wir immer häufiger stellen!" Das Kind braucht einen Ausgleich zum Leistungsdruck in der Schule, Beständigkeit, einen Halt. Körperbewusstsein und die geistige Entwicklung zu sich selbst zeichnet eine Kampfkunst wie Karate aus. Außerdem muss ein Karatetraining nachhaltig und intensiv betrieben werden, denn sonst braucht das Kind erst gar nicht damit anfangen. Erfolge stellen sich mit dem Fleiß des Trainings ein. Es sollte mindestens zwei bis dreimal in der Woche ins Dojo kommen. Das Training mit dem Sensei und den anderen Karatekas schweißt die Gemeinschaft zusammen und der Sensei wird oft zum Vorbild eines Kindes. Eine Wurzel die sein Leben lang hält.

Kinder lernen Respekt und Achtsamkeit

Jeder Sensei, der eine Kampfkunst wie Karate lehrt, muss Kindern vermitteln vorsichtig damit umzugehen. Beim Karate ist es daher besonders wichtig von den Kindern den achtsamen Umgang mit dem Partner beim Kämpfen zu fordern. Damit keiner verletzt wird, müssen die Kinder beim Karate von Beginn an den Respekt vor dem Sensei und den Techniken lernen. Die Kinder merken sehr schnell: Härter zuschlagen oder nicht aufpassen tut weh. Kämpfen geht nur mit Rücksicht und Selbstkontrolle. Und wer selber keine blauen Flecken haben möchte, der wird auch beim Trainingspartner vorsichtiger sein. So lernen Kinder spielerisch wichtige Werte.

Die Kampfkunst Karate vermittelt Tradition und Denkansätze für Werteorientierung. Schon die ersten fünf Regeln von Gichin Funakoshi helfen dem Kind für den Schulalltag und im Leben.

  1. Karate Do beginnt mit Respekt und endet mit Respekt
  2. Im Karate gibt es keinen ersten Angriff
  3. Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit
  4. Erkenne zuerst dich selbst, dann den anderen
  5. Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik

Auch in der Schule sollte man anderen mit Respekt begegnen, keine Aggressionen an anderen auslassen, den Schwächeren helfen und Verständnis zeigen, sich selber hinterfragen und gezielt lernen, damit das Wissen nachhaltig abgerufen werden kann.

Wie motiviere ich mein Kind für das Karate Training?

  • Vater oder Mutter besuchen zusammen mit dem Kind das Training. Gemeinsam kann man die Techniken zuhause üben und Erfahrungen austauschen.
  • Mit Karate Geschichten das Interesse und die Neugier für die Kampfkunst Karate wecken. Ob das Leben der Samurais oder das Buchprojekt Drache und Tiger auf Facebook sowie Karate Kinderbücher von Marie Niino – Die Fantasie um mutige Heldenfiguren in Geschichten aus dem fernen Japan können Kinder motivieren.
  • Der Film Karate Kid brachte den Vereinen im Jahr 2010 den höchsten Anmeldestand seit Jahren. Kinder identifizieren sich mit der Figur und sehen in der Stärke und dem Ehrgeiz des Filmhelden ein Vorbild. Er wehrt sich als Schwächerer gegen Mobbing anderer Jugendlicher.
  • Sich mit anderen Eltern zusammentun und die befreundete Kinder gemeinsam zum Schnuppertraining mitnehmen. Mit Freunden macht das Training doppelt Spaß!
  • Ein Schnuppertraining gemeinsam mit dem Sportlehrer der Schule und dem Dojo Leiter für die ganze Klasse organisieren. Dann haben alle etwas davon!

https://www.youtube.com/watch?v=eiwhafEuo8I

Karate für Kinder - Was muss man beachten und was sind die Vorteile. Marie Niino berichtet über ihre Erfahrungen.

Durch Karate lernen Kinder Ausdauer und Geduld

Die traditionelle Kampfkunst Karate ist nicht vergleichbar mit Fußball oder Tennis. Wer die Techniken lernen will, braucht einen langen Atem. Oft stellen sich erste Fortschritte erst nach Monaten ein. Deswegen sollte das Kindertraining im Dojo spielerisch an die Kampfkunst heranführen. Dabei lernen Kinder auch, dass sie nur mit Fleiß und Ausdauer das Können ihrer Vorbilder erreichen werden. Wer sich ernsthaft mit dem Training auseinander setzt und nicht gleich nach ein paar Monaten die nächste Sportart ausprobieren will, wird belohnt. Das Kind kann sich besser konzentrieren, bekommt wichtige Werte vermittelt und hat zusätzlich noch ein ganzheitliches körperliches Training. Karatetraining hilft auch bei Stress und Depressionen. Es stärkt den Charakter des Kindes. Karate Do ist ein Weg für Kinder um zu wachsen.

Autor: Stefanie Wallner
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