Kumite – Begegnung der Hände

Die Kampfkunst Karate als Wettkampf

Das traditionelle Karate kannte kein Kumite. Erst im 20. Jahrhundert stellte der Großmeister Funakoshi nach dem drängen seiner Schüler die erste Form des Partnertkampfs, das Kumite, zusammen. Die Technikformen kamen aus dem Box- und Judobereich. Er selber fürchtete um die erzieherischen Werte des Karate und sah dem Übergang des traditionellen Karate zum allgemeinen Sport mit Sorge entgegen.

Kumite Karate

Kumite- Partnerkampf bei Karate

Gefährliche Wettkämpfe oder gutes Karate Training?

Vorteile des Kumite bei Karate

Heute gehört Kumite zu Karate Training wie die Kata und das Khion. Allerdings gibt es auch beim Kumite verschieden Formen, je nach Stilrichtung des Karate. Viele Änfänger fürchten sich vor dieser Trainingsform, denn in den vielen Youtube Videos sieht ein Kampf von zwei Schwarzgurten ziemlich gefährlich aus. Ein blaues Auge und mehrere Blutergüsse sind hier gut vorstellbar. Aber wer sich nicht in offizielle Wettkämpfe begibt, der muss keine Angst um seine Gesundheit haben.

Im Kumite wird ein Angriff nur vorgetäuscht und der Karateka lernt, wie er sich selber verteidigen kann. Dabei stoppt man die Techniken immer kurz, bevor man den Partner im Training richtig trifft. Aber ein Kampf muss trotzdem geübt werden, denn darum geht es schließlich bei jeder Kampfsportart – um die Möglichkeit der Selbstverteidigung. Doch im Kumite lernt man noch mehr. Der Karateka spürt die Bewegungsabläufe und Absichten seines Gegenübers. Er beobachtet und reagiert intuitiv. Er überwindet Ängste und Hemmungen und gewinnt Selbstbewusstsein. Diese neuen Kompetenzen helfen nicht nur bei Karate – Sie unterstützen den Karateka in der Persönlichkeitsentwicklung.

Formen des Kumite

Es gibt ein mehrstufiges System von Kumiteformen für den Freikampf (Jiyu-Kumite)

Kihon-Gohon-Kumite: Zwei Opponenten stehen sich gegenüber. Es wird gewählt, wer zuerst angreifen soll. Der Angreifer stößt dann fünf Mal vor, während der Verteidiger abwehrt und rückwärts geht. Der Verteidiger schließt dann am Ende mit einem Gegenangriff ab. Die Angriffs- und Abwehrtechniken sind hierbei genau festgelegt.

Kihon-Sanbon-Kumite = Gohon-Kumite: Mit nur drei (San) Angriffen und Verteidigungen.

Kihon-Ippon-Kumite: Ein Angriff, danach vom Verteidiger sofort Abwehr und Gegenangriff. Der Begriff Kihon in den Kumite Formen bedeutet, dass die Techniken nach der Tradition der Grundschule vorgetragen werden.

https://www.youtube.com/watch?v=m3M6tdpoEUw

Lehrfilm über Kihon-Gohon-Kumite von Shotokansensei

Hier sieht man verschiedene Techniken des Shotokan Karate - von der Angriffstechnik bis zur Abwehrtechnik.

https://www.youtube.com/watch?v=y4xJ5D2KFxA

Lehrfilm über Kihon-Sanbon-Kumite

Diese Form des Kumite lernt die fortgeschrittene Unterstufe beim Karate Training.

Formen des Kumite für fortgeschrittene Karatekas

Jiyu-Ippon-Kumite: Es erfolgt eine Angriff-Abwehr-Gegenangriff-Sequenz in freier Form.

Okuri-Kumite: Mit mehrere Angriffen, die zunächst abgewehrt werden müssen, bevor der Gegenangriff erfolgen kann.

Kaeshi-Kumite: Der Angreifer pariert den Gegenangriff nach einer Angriff-Abwehr-Gegenangriff-Sequenz und geht dann zum Gegenangriff über.

Happo-Kumite: Acht Angreifer stellen sich im Kreis um einen Verteidiger und greifen ihn an. Der Verteidiger reagiert mit Abwehr und Gegenangriff.

Jiyu-Kumite: Ein Freikampf, bei dem weder Angriffs- noch Abwehrtechnik vorausgesagt werden. Die Übungspartner stehen sich frei gegenüber.

https://www.youtube.com/watch?v=3oQ5ROZC4Yc

Kumite im Wettkampf der JKA - Japan Karate Association

Autor: Stefanie Wallner
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